Flughafenanbindung der S13 bis spätestens 2030 realisieren

CDU-Ratsfraktion strebt überparteilichen Schulterschluss mit der Region an

28.11.2022, 16:21 Uhr

 „Das ist ein Skandal“, mehr als verärgert reagiert CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Guido Déus MdL auf die aktuelle Mitteilung des Verkehrsverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR), dass es auch nach der Fertigstellung der neuen S13-Verbindung über Beuel nach Oberkassel in 2030 vorerst keine umsteigefreie Fahrt zum Flughafen geben wird. Stattdessen müssen die Fahrgäste in Troisdorf umsteigen, weil ein Brückenbauwerk am Knotenpunkt Troisdorf erst noch geplant werden müsse.

 „Ich bin schlicht fassungslos“, so Déus. „Damit ist der Sinn der 13 Kilometer langen und nach jetzigen Schätzungen rund 750 Millionen Euro teuren S-Bahnlinie gefährdet. Denn am Umsteigebahnhof in Vilich, der derzeit mit großem bautechnischen und finanziellen Aufwand entsteht, sollte der Wechsel von der Linie 66 in die S13 zur umsteigefreien Weiterfahrt zum Flughafen ermöglicht werden. So nebenbei erhalten wir jetzt die Information, dass dies aufgrund der fehlenden Brücke bei Troisdorf auch weit nach 2030 nichts wird. Das ist nicht nur ein Fall für das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes, sondern auch Wortbruch.“ Denn die Direktanbindung Bonns an den Flughafen ist immerhin in Ausgleichsmaßnahmen des Bundes im Zusammenhang mit dem Berlin/Bonn-Beschluss enthalten.
 
Außerdem weist der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Jürgen Wehlus, darauf hin, dass bei der Vertragsunterzeichnung 2015 für den Bau der S13 auf die bessere Anbindung Bonns an den Flughafen abgehoben worden sei. „Das sei für den UN-Standort unverzichtbar und die ganze Region profitiere davon, wurde uns damals versprochen. „Was uns jetzt vom NVR mündlich präsentiert wird, widerspricht allen bisherigen Darstellungen und entspricht in keinster Weise unseren Vorstellungen von einer wirklichen Verkehrswende.“
 
Stattdessen werden jetzt die Region Bonn und Rhein-Sieg vom NVR gegeneinander ausgespielt, wenn er darauf hinweist, dass das Schienennetz rund um Troisdorf derzeit nicht die S12 aus Blankenberg und die S13 aus Beuel gleichzeitig verkraften würde.
 
„Was ist das für eine Aussage“, ärgert sich Déus. „Wir müssen zu einem überparteilichen Schulterschluss in der Region zum schnellstmöglichen Bau der fehlenden Brücke bei Troisdorf zur kreuzungsfreien Gleis-Überfahrung kommen. Die Menschen in der Region dürfen nicht benachteiligt werden.“
 
Spätestens zu Beginn des kommenden Jahres muss der Schulterschluss von Bund, Land, Rhein-Sieg-Kreis und Stadt Bonn erfolgen, ausgehend z.B. mit einer gemeinsamen Resolution für die Sitzung der Verkehrsausschüsse von Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis am 23. März 2023. Dabei muss mit einer Stimme die Planung des so genannten Überwerfungsbauwerks bei Troisdorf zügig vorangetrieben und der schnellstmögliche Bau bis spätestens 2030 angestrebt werden.
 
Déus weiter: „Wir warten nun wirklich lange genug auf die immerhin im Ausgleichsvertrag festgelegte Direktanbindung an den Flughafen. Für die Planung war genügend Zeit, auch um die Problematik in Troisdorf früh genug zu erkennen und einzubeziehen. Spätestens beim Spatenstich 2016 hätte man dies erkennen und darauf reagieren müssen.“