Plötzliche Freistellung von SGB-Chef Leide wirft Fragen auf

25.05.2022, 11:51 Uhr

 Auf großes Unverständnis ist die plötzliche sofortige Freistellung des Leiters des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), Lutz Leide, bei der CDU-Ratsfraktion gestoßen. Mit einem Ratsnewsletter hatte Oberbürgermeisterin Katja Dörner gestern Nachmittag (Dienstag, 24. Mai) die Ratsfraktionen informiert, dass Leide „in beiderseitigem Einvernehmen zum 30. Juni 2023“ die Stadt Bonn verlassen und bis zu diesem Zeitpunkt freigestellt wird.

 „Äußerst wortkarg, mit ein paar dürren Zeilen und ohne jegliche Begründung teilt die OB uns diese für die Stadt Bonn so wichtige Entscheidung mit. Und das lediglich schriftlich, ohne den Fraktionen auch nur die geringste Chance für Nachfragen zu geben“, zeigt sich CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Guido Déus MdL verärgert über diese Art der Kommunikation bei so einem weitreichenden Schritt. „Ich bedaure, dass sich offensichtlich auch Herr Leide zu der Vertragsauflösung gezwungen fühlte und wünsche ihm persönlich und für seine berufliche Zukunft alles Gute.“
 
Allerdings hat die CDU noch deutlichen Erläuterungsbedarf hinsichtlich der Gründe für die Trennung von Lutz Leide und insbesondere für die rund einjährige Freistellung. „Wir verstehend nicht, warum die OB damit eine so lange Vakanz in der Führung des SGB riskiert, gerade in der jetzigen Bauphase der Beethovenhalle, der anstehenden Sanierungen oder eventuell Neubauten von Oper und Stadthaus sowie der notwendigen Maßnahmen für Schulen und Kindergartenausbau“, so Déus.
 
Nun zeige sich, dass die OB seit ihrem Amtsantritt und ihre grün-linke Ratskoalition es offensichtlich nicht verstanden haben, das SGB in eine handlungsfähige Lage zu versetzen. Die Vermutung liegt nahe, dass mit der sofortigen Freistellung von Leide lediglich ein Schuldiger gesucht wurde, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Die CDU erwartet nun von der OB, dass sie die angekündigte Neuaufstellung des SGB unmittelbar zur Chefsache erklärt und die uneingeschränkte Verantwortung übernimmt. Nur ein gut ausgestattetes Gebäudemanagement kann sich den anstehenden Herausforderungen stellen und diese dann auch meistern.