Integrationsassistenzen an mehreren Bonner Schulen stehen auf der Kippe

CDU fürchtet anlässlich der ASB-Kündigung negative Folgen für Kinder und Betreuer

25.07.2022, 21:55 Uhr

 Die unerwartete und kurzfristige Kündigung der Integrationsassistenz des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) durch die Stadtverwaltung Bonn stößt auf Unverständnis und harsche Kritik bei den CDU-Mitgliedern des Schulausschusses und des Stadtrates. „Auf dem Rücken von rund 220 betroffenen Kindern, die auf eine fachliche Schulbegleitung an etlichen Bonner Förder- und Regelschulen angewiesen sind, wird hier eine dilettantische Schulpolitik betrieben“, prangern die Schulausschussvorsitzende Sabine Kramer und der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Steins, an. Gleichzeitig fordern sie die verantwortliche Verwaltung und die OB zu unmittelbarer Stellungnahme und Aufklärung auf. Sie befürchten schlimme Folgen bis hin zum Ausschluss vom Unterricht für die besonders schützenswerte Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die doch eigentlich besonderen Schutz und sensible Förderung erfahren sollten. „Die sehr beunruhigte Elternschaft und die Schulleitungen müssen unverzüglich wissen, ob die Schulbegleitung ab dem 10. August wieder möglich ist.“ Die kurzfristige ASB-Kündigung lasse jedes Fingerspitzengefühl der Verwaltung und der OB vermissen.

 Kritik an erneuter desaströser Info-Politik der OB
 
„Wo soll denn Ersatz für die Begleitung dieser Kinder so kurzfristig herkommen und wie soll teilweise über Jahre gewachsenes Vertrauen der Kinder zu den Assistenzkräften quasi aus dem Nichts heraus entstehen?“, fragt Steins. Die betroffenen Schulen und auch die Eltern haben erst am letzten Schultag von der Kündigung erfahren. Wie soll da eine sichere Planung für den Schulbeginn überhaupt noch möglich sein? „Wieder einmal haben wir, die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker, wichtige und in diesem Fall auch noch äußerst sensible Informationen aus der Presse erfahren. Das auch noch zu Beginn der Ratssommerpause. Ein Schelm, wer da Methode erkennt. Dabei laufen die Verhandlungen bereits über Monate und die Probleme sind lange bekannt. Dies ist wieder einmal ein Beispiel für die desaströse Info-Politik der OB“, ergänzt die Schulausschussvorsitzende Kramer.
 
Auch die beruflichen Perspektiven von rund 160 Assistenzkräften werden mit der lapidaren Information über die Kündigung vom Tisch gewischt. „Auf der einen Seite wird kurzer Hand mal eben für den Versuch zur Eigenreinigung durch städtische Kräfte statt durch Firmen in einigen, wenigen Schulen eine halbe Million Euro verpulvert. Aber für die pädagogisch wertvolle und notwendige Begleitung von besonders förderbedürftigen Kindern werden Personalkosten ohne großen Aufhebens mal eben eingespart“, kritisieren Kramer und Steins.