Mountainbike-Trails am Venusberghang:

CDU kritisiert Schnellschuss und fordert echte Bürgerbeteiligung

24.08.2022, 18:39 Uhr

 Die CDU-Fraktion kritisiert den Beschluss der grün-linken Koalition im letzten Ausschuss für Klima, Umwelt und Lokale Agenda zur Errichtung von Mountainbike-Trails am Venusberghang ohne eine vorherige Klärung von Detailfragen als Schnellschuss. Zudem findet nach Auffassung der CDU keine echte Bürgerbeteiligung im Vorfeld statt. Entgegen aller Gepflogenheiten sollen auch Politikerinnen und Politiker an dieser Bürgerbeteiligung teilnehmen. Die CDU stimmte geschlossen gegen die Vorlage.

 
Die grün-linke Ratskoalition möchte wohl Fakten schaffen, ohne den Bürgerinnen und Bürgern eine echte Chance auf Mitwirkung zu geben. Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Durch den Beschluss der Ratskoalition wird nun bereits ein legaler Mountainbike-Trail am Venusberghang räumlich konkretisiert und Planungsleistungen sowie Fachgutachten hierzu in Auftrag gegeben.

 Ein Vertagungsantrag der CDU-Fraktion mit der Maßgabe, sich vor Beschlussfassung einer geplanten Ortsbegehung anzuschließen, weiter zu informieren und alternative Wegeführungen zu prüfen, wurde kurzerhand abgelehnt.
 
Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion wäre ein Ortstermin dringend geboten gewesen. Hierbei hätte der Status Quo sowie die Folgen der Planung für die Natur erörtert werden können. Klar ist auch noch nicht, wie viele Mountainbiker überhaupt einen solchen Trail nutzen oder annehmen würden. Entsprechende Zahlen liegen nicht vor.
 
„Wir brauchen hier keinen Schnellschuss. Es handelt sich um einen Zielkonflikt zwischen Mountainbikern, Waldnutzern und den Erfordernissen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes. Für legale Mountainbike-Trails kann es nur Akzeptanz geben, wenn alle Fragen geklärt, Alternativen geprüft sind und sichergestellt wird, dass die Eingriffe in die Natur vertretbar sind und im Vergleich zu andern Lösungen geringer ausfallen. Diese Prüfung ist hier seitens der Koalition scheinbar leider nicht gewollt. Eine Bürgerbeteiligung, bei der sich Politiker aktiv beteiligen, ist keine echte Bürgerbeteiligung. Sinn einer Bürgerbeteiligung ist es doch gerade, dass Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen und nicht rhetorisch geschulte Politiker. Ich hätte mir gewünscht, dass die Koalition den Bürgerwillen ernst nimmt und nicht ein solches manipulatives Verfahren wählt. Wir können unter diesen Umständen das Vorhaben Mountainbike-Trails nur ablehnen“, so Christian Gold, Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion Bonn.