Impfaufruf der grünen Linkskoalition

Gute Intention, mangelhafte Ausführung

31.07.2021, 12:05 Uhr

Die CDU-Ratsfraktion würde es begrüßen, wenn sich möglichst viele Bonnerinnen und Bonner impfen lassen. Die Corona-Schutzimpfung stellt neben den Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen (regelmäßiges Händewaschen, Mund- und Nasenschutz) einen wichtigen Baustein im Kampf gegen die Pandemie dar. Die Bürgerinnen und Bürger sollten die Entscheidung, sich impfen zu lassen, jedoch selber und im Zweifel in Absprache mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt entscheiden. Um die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, zu steigern, spielen Aufklärung und flächendeckende unbürokratische Impfangebote eine entscheidende Rolle. Von Drohungen, Sanktionen und Bevormundung hält die CDU-Fraktion nichts. Wichtig ist es auch, sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu orientieren. Bürgerinnen und Bürger, bei denen Ausschlusskriterien für eine Impfung vorliegen, dürfen nicht stigmatisiert werden.

Guido Déus MdL, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion Bonn: „Ein gemeinsamer Aufruf des Bonner Stadtrates zur Steigerung der Impfbereitschaft ist grundsätzlich eine gute Sache, allerdings nur, wenn er inhaltlich gut formuliert und die Faktenlage korrekt dargestellt wäre. Der vorliegende Aufruf gleicht jedoch eher einer Bleiwüste, die von der grünen Linkskoalition gewählten Formulierungen haben in Teilen einen drohenden Unterton und sind sowohl sprachlich als inhaltlich angreifbar. Ich hätte den Aufruf eher als Bitte an den Teil der Bonner Bevölkerung formuliert, der sich nach den Empfehlungen der STIKO impfen lassen kann. Leider hat uns der durch die Koalition künstlich aufgebaute Druck, uns innerhalb weniger Stunden zu entscheiden, ob wir den Aufruf mittragen oder nicht, nicht die Zeit gelassen, sprachliche und inhaltliche Modifizierungen vorzunehmen – das bedaure ich sehr.“
 
Georg Goetz, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn: „Die Impfbereitschaft von so vielen Seiten wie möglich und von allen gesellschaftlich relevanten Gruppen und auch parteiübergreifend zu stimulieren und zu fördern - das ist richtig und wichtig! Allerdings sind die gewählten Formulierungen für uns nicht tragbar, wir wollen die Bonner Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, Drohungen und Druck sind hier wenig zielführend. Die Empfehlungen der STIKO wurden ebenfalls außer Acht gelassen, Kindern oder Menschen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen vorliegen, wird keine Impfung empfohlen.“