Weitere Schwächung der Bonner Innenstadt erwartet

CDU-Kritik an Planungen zur Einspurigkeit der wichtigsten innerstädtischen Ost-West-Achse

14.02.2022, 14:43 Uhr | Bonn

Mit ihrer Vorlage für den nächsten Mobilitäts- und Verkehrsausschuss zur Einspurigkeit zwischen Kreisel am Alten Friedhof und dem Bertha-von-Suttner-Platz unterstreichen die von der grünen OB geführte Stadtverwaltung und die grün-linke Ratsmehrheit ihren Entschluss, den motorisierten Individualverkehr (MIV) so gut wie vollständig aus der Bonner City zu verdrängen. „Bei allem Verständnis für das Erfordernis, die Situation für Radfahrende in Bonn zu verbessern, wird die Umsetzung dieser Planung nur zu künstlich produziertem Dauerstau und einer weiteren Schwächung des von Corona und Internethandel ohnehin schon gebeutelten Einzelhandels in der City führen“, kommentiert CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Guido Déus MdL die Vorlage. 

 
 

 Auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Jürgen Wehlus lehnt die geplante Verkehrsführung zum jetzigen Zeitpunkt ab: „Die Leistungsfähigkeit einer der wichtigsten und zentralsten innerstädtischen West-Ost-Verbindungsachsen wird für den motorisierten Individualverkehr (MIV) bereits Mitte des Jahres um die Hälfte gekappt, ohne den ÖPNV als attraktive Alternative bis dahin nennenswert verbessert zu haben. Denn für eine solche Verbesserung und Attraktivitätssteigerung müsste dieser zunächst deutlich taktverdichteter und für alle Nutzer zunächst wesentlich günstiger werden.“ Wehlus mahnt ein vertrauensvolles Miteinander von Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrenden, dem ÖPNV und dem MIV an. „Ein ideologischer Kampf einzig gegen ein Verkehrsmittel, das Auto, ist der falsche Weg. Auch elektro- oder wasserstoffangetriebene Fahrzeuge brauchen weiterhin Straßen und Parkplätze“, so Wehlus.
 
„Noch bevor die Kappung des Cityrings und die Sperrung des Rheinufers umgesetzt und ihre Auswirkungen erkennbar sind, will die grün-linke Koalition schon die nächste Behinderung für den Verkehrsfluss der Bonner Innenstadt beschließen. Die Förderung des Radverkehrs ist ein wichtiges Ziel, man hat aber hier den Eindruck, dass es nur um den Versuch einer ideologischen Umerziehung mittels Behinderung des Verkehrsmittels Auto geht. An die Anlieger, die den zu erwartenden Verdrängungsverkehr ertragen müssen, denkt dabei niemand“, so Wehlus weiter.
 
Abgesehen davon verspricht die geplante Verkehrsführung auf der vergleichsweise kurzen Strecke Am Alten Friedhof, dem Berliner Platz und der Oxfordstraße Verwirrung: mal abmarkierte Radspur, mal Protected Bike Lane, mal Umweltspur. Auch der Busverkehr, der sich die Umweltspuren mit den Radfahrenden teilen muss, dürfte durch die Maßnahmen kaum Verbesserungen erfahren. Die Sicherheit für die Radfahrenden darf hierbei auch gezweifelt werden.
 
„Die Planung zeigt mal wieder, dass die grün-linke Koalition die Mobilitätswende mit der Brechstange ohne Rücksicht auf die Folgen durchsetzen will,“ so Déus. „Aus rein ideologischen Gründen wird ein weiteres, zusätzliches Nadelöhr geschaffen ohne zuvor Alternativen zu liefern. Die Erreichbarkeit der Innenstadt für deren Kundinnen und Kunden, für Berufspendler, junge Familien oder auch mobilitätseingeschränkte Menschen wird damit weiter erschwert. Wenn wir Bonn nicht in den Dauerstau führen wollen und wenn Mobilität, auch individuelle Mobilität, für alle Menschen bezahlbar bleiben soll, ist die grün-linke Vorgehensweise grundfalsch und für das Ziel der Attraktivitätssteigerung der Bonner Innenstadt schädlich.“